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Aus unserer Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Geschäftes führt auf den 15. April 1685 zurück, der Drechslermeister Christoph Loebner heiratete in der Leipziger Thomaskirche die Nadlermeistertochter Marie Katharina Nitsche. Ein Meister war zur damaligen Zeit Zeit immer selbstständig. Das Paar zog nach Torgau und eröffnete eine Drechslerwerkstatt. Gedrechselt wurden Holzdocken (Puppen mit einem Steinchen als Klapper), aber auch Trommelstöcke, Kreisel, Kegel, Pfeifen und Billardkugeln. Das erste Kind wurde bereits 1686 in Torgau geboren. Das Familienunternehmen wurde seitdem durch 11 Generationen stets vom Vater auf den ältesten Sohn vererbt und von ihm fortgeführt. Damit ist es das älteste heute noch bestehende Spielwarengeschäft der Welt.

23.12.2008 - Neue Osnabrücker Zeitung

23.12.2008 - Neue Osnabrücker Zeitung

So prächtige Renaissancebauten wie hier gab es im 16. Jahrhundert selten in Deutschland. Doch Torgau an der Elbe war schließlich zu jener Zeit Residenz der sächsischen Kurfürsten, die erst später nach Dresden zogen – und Zentrum der Reformation. In einem jener beeindruckenden Häuser, die Torgaus Altstadt noch heute schmücken, starb 1552 Katharina Luther, die Witwe des großen Reformators. Acht Jahre zuvor hatte ihr Ehegatte Martin die Schlosskapelle als weltweit erste protestantische Kirche geweiht.

Gegründet 1685: Dieses Wappenzeichen der Firma Carl Loebner am Markt in Torgau deutet auf die historischen Wurzeln des Familienunternehmens hin, das zu Gründerzeiten ausschließlich Holzspielzeug herstellte und verkaufte. Foto: Firmenarchiv

Von Reichtum und Bürgerstolz geprägt war die Stadt auch gut ein Jahrhundert später, als der Drechslermeister Christoph Loebner und seine Frau Marie Katharina bereits ein Geschäft für Spielwaren betrieben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es am 15. April 1685. Eigens angefertigtes Holzspielzeug, womöglich auch noch für Kinder, war zu jener Zeit purer Luxus.

Trommelstöcke, Kreisel, Kegel, Pfeifen und Billardkugeln waren die ersten Produkte aus dem Hause Loebner, aber auch sogenannte Holzdocken: Dabei handelte es sich um Puppen mit einem Stein im Innern, der bei Bewegung klapperte. (Ein Exemplar davon sowie anderes historisches Spielzeug aus dem Hause Loebner ist im Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum Torgau zu bewundern.) So einfach die Geschäftsidee anfangs war, so tragfähig hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte erwiesen, denn die Firma Loebner in Torgau gibt es noch heute. Allerdings kann Inhaber Jörg Loebner, der das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands in elfter Generation seit 1987 führt, von der Kaufkraft der Kunden aus Gründerzeiten heute nur träumen.

Mehr noch als die allgemein schwierige Situation im Einzelhandel besorgt ihn die Abwanderung. 1990 habe Torgau noch 24000 Einwohner gehabt, erinnert er sich. Heute seien es nicht einmal mehr 18000. "Und das Schlimmste für uns ist, dass vor allem junge Familien mit Kindern in den Westen ziehen", sagt der 55-Jährige. Nach Westdeutschland zog es vor Jahren auch Loebners Sohn Ingo, doch inzwischen ist der 32-Jährige ins Geschäft seiner Vorfahren zurückgekehrt. In den alten Bundesländern lernte er vier verschieden große Spielwarengeschäfte kennen und eine Partnerin in Würzburg. Die Beziehung ging jedoch in die Brüche, nachdem der Sohn dem Drängen seines Vaters gefolgt war, nach Torgau zurückzukehren, um die Familientradition fortzusetzen.

 

Dies sei auch für ihn bisweilen eine Last, gibt Vater Jörg zu und klagt etwa über ein viel zu großes Einkaufszentrum, das seinem Laden zu schaffen mache. Aber aufgeben kommt für ihn nicht infrage. „Wir stehen finanziell auf sicheren Füßen, haben keinen Bankkredit zu bedienen, und mein Sohn ist tüchtig und zieht gut mit“ – so sein positives Fazit. Wenn er dann noch daran denke, dass sein Großvater in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Hyperinflation überstanden habe und ein entfernterer Vorfahre als Geschäftsmann zu Beginn den 19. Jahrhunderts durchhalten musste, um durch Steuerzahlungen an die napoleonischen Besatzer sein nacktes Leben zu retten, sei das Weitermachen für ihn keine Frage mehr. In einigen Jahren soll also mit Sohn Ingo die zwölfte Generation die Firma Carl Loebner führen. (Carl war der Enkel von Gründer Christoph, und zu seiner Zeit wurden Firmennamen erstmals amtlich erfasst). Mit Glück und Geschick habe es Ingos Großvater Johann-Georg geschafft, den Spielzeugladen als privates Geschäft zu DDR-Zeiten fortzuführen, sagt Jörg Loebner. "Wir hatten eigentlich immer zehn Verkäuferinnen, aber zum Stichtag der Verstaatlichung im Jahr 1972 waren es zum Glück nur neun", erinnert sich der heutige Inhaber. So sei die Firma seines Vaters "das einzige private Geschäft im ganzen Kreis Torgau geblieben". Auch wenn die Tradition bei den Loebners großgeschrieben wird – die Kundschaft hat zum Teil wenig Verständnis dafür. "Der Trend geht voll in Richtung Elektronik", antwortet der Firmenchef auf die Frage, was heute bei Kindern gefragt sei. Oft habe traditionelles Spielzeug, womöglich noch welches aus Holz, das Nachsehen gegenüber Spielekonsolen, mit denen man auf dem PC- oder Fernsehmonitor "herumballern" könne. Auch wenn der Umsatzanteil des modernen Spielzeugs mit 75 Prozent heute dominiert: Ihrer langen unternehmerischen Familiengeschichte folgend, handeln die Loebners in Torgau besonders gern mit Puppen, Stofftieren oder erzgebirgischem Holzspielzeug – schließlich ist man hier noch in Sachsen. Und einen Reiter nach traditionellem sächsischen Muster hat die Firma Loebner zu ihrem Wappenzeichen gemacht.

Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Osnabrücker Zeitung, Artikel von Norbert Meyer

29.07.2003 - Bildzeitung

29.07.2003 - Bildzeitung

"Haben Sie Spielzeug nie satt, Herr Loebner?"

Frau Petra Gebauer, Redakteurin der Bild, interviewte Jörg Loebner.

Es begann 1685. Johann Sebastian Bach wurde geboren. In Sachsen regierte Kurfürst Johann Georg III.

Am Markt zu Torgau wollte Drechslermeister Christoph Löbner (noch mit ö) mal was anderes herstellen als Pfeifenköpfe und Spazierstöcke.

Er drechselte eine Holzpuppe (Bild rechts), verkaufte sie für einen Viertelgulden.

Der Spielzeugladen war entstanden. Heute ist er knapp 200 qm groß und muss ständig Neues bieten. 

Mit freundlicher Genehmigung von Bild

26.06.2003 - MDR

26.06.2003 - MDR

Am 26.06.2003 war der MDR mit seiner Sendung "Außenseiter-Spitzenreiter" zu Gast bei der Firma Carl Loebner.

Christine Trettin-Errath und Hans-Joachim Wolfram besuchten den jetzigen Inhaber, Herrn Jörg Loebner.

Sie sehen Hans-Joachim Wolfram im Gespräch mit Jörg Loebner. 

Mit freundlicher Genehmigung des MDR

09.11.1998 - Mitteldeutscher Rundfunk

09.11.1998 - Mitteldeutscher Rundfunk

"Unsere schöne Heimat" mit Gunther Emmerlich

Am 09.11.1998 war der MDR mit seiner Sendung "Unsere schöne Heimat" zu Gast in Torgau. Gunther Emmerlich besuchte auch das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands in Torgau.

Sie sehen Gunther Emmerlich im Gespräch mit Jörg Loebner. 

Mit freundlicher Genehmigung des MDR

19.03.2004 - Dresdner Morgenpost

"Torgau: Herr Loebner hütet Deutschlands ältesten Laden"

Jörg Loebner (rechts) steht neben seinem Vater Johann Georg Loebner (links) mit einer Holzfeuerwehr vor seinem Geschäft.

"Wir sind das älteste Geschäft Deutschlands in Familienbesitz", sagt Inhaber Jörg Loebner und verweist auf den 15. April 1685.

Schmunzelnd erzählt er, was er seiner Frau bei der Heirat sagte: "Egal, wie viele Kinder, wir brauchen einen Sohn, der das Geschäft übernimmt." Sohn Ingo steht bereits in den Startlöchern.

Mit freundlicher Genehmigung von dpa

07.12.2003 - Welt am Sonntag

"Wo Kinderherzen höher schlagen"

Jörg Loebner verkauft am liebsten Spielzeug aus Naturmaterialien, so wie es alle seine Vorfahren getan haben. Aber Kinder wie Eltern sind von der Werbung beeinflusst und so sind 21000 Artikel von 220 Herstellern im Programm. Sie reichen von der Holzeisenbahn bis zum Star-Treck-Raumschiff. Der Chef ist der modernste aller Loebners. Sein Großvater war noch auf wertvolles Holzspielzeug abonniert.

Es hat alle Macken und Moden überstanden und etabliert sich gerade wieder als Trend. Ein weiteres Geschäft am Markt offeriert technisches Spielzeug, hier sind sowohl kleine als auch grauhaarige Jungen die Kunden.

Mit freundlicher Genehmigung von dpa

24.01.2000 - Deutschlandradio Berlin

Zu Gast in Torgau

Jörg Loebner berichtete über seine 315-jährige Firmengeschichte. Sein Vater, Johann-Georg Loebner, führte das Geschäft zu DDR-Zeiten als privaten Laden. 1972 entging er nur knapp der Verstaalichung. Somit war Carl Loebner einige der wenigen selbstständigen Firmen in der DDR. Nach der Wende erfolgte eine Spezialisierung auf Nischenprodukte wie Modellbau, Modelleisenbahn und Holzspielzeug. Jörg Loebner sprach auch die ungünstige Verkehrsführung in Torgau an.